Ein Haus ist dauerhaft Witterungseinflüssen ausgesetzt. Regen, Frost, Sonne und Wind hinterlassen mit der Zeit Spuren, auch wenn diese zunächst kaum auffallen. Kleine Risse im Putz, eine verschmutzte Dachrinne oder verwitterte Holzteile wirken oft harmlos. Werden solche Anzeichen jedoch über längere Zeit übersehen, kann aus einem überschaubaren Wartungsthema ein deutlich größerer Reparaturbedarf entstehen.
Deshalb lohnt es sich, die Außenbereiche des Hauses in festen Abständen genauer anzusehen. Dabei geht es nicht darum, bei jeder Kleinigkeit sofort eine Sanierung einzuplanen. Entscheidend ist vielmehr, erste Anzeichen eines möglichen Schadens früh zu erkennen und deren Entwicklung zu beobachten. Wer den Zustand seines Gebäudes kennt, kann notwendige Maßnahmen gezielter und meist auch besser planbar angehen.
Ein Rundgang um das Haus reicht oft aus, um erste Auffälligkeiten zu entdecken. An der Fassade können kleine Risse, Abplatzungen oder dunkle Verfärbungen auf Veränderungen im Material hinweisen. Nicht jeder Riss ist automatisch problematisch. Vergrößert sich eine Stelle jedoch oder kommen Feuchtespuren hinzu, sollte die Ursache genauer untersucht werden.
Auch Fenster und Außentüren verdienen Aufmerksamkeit. Sichtbare Schäden an Dichtungen, verwitterte Beschichtungen oder auffällige Anschlussbereiche können darauf hindeuten, dass Wartungsarbeiten notwendig werden. Bei Rollläden und außenliegenden Verschattungssystemen empfiehlt sich zusätzlich eine Kontrolle der Führungen, Befestigungen und beweglichen Teile.
Ebenso wichtig ist die Dachentwässerung. Laub, Moos und andere Ablagerungen können Dachrinnen zusetzen und verhindern, dass Regenwasser ungehindert abläuft. Tritt Wasser wiederholt über den Rand oder bilden sich Feuchtespuren an der Fassade, sollte nach der Ursache gesucht werden. Das gilt ebenso für Fallrohre, deren Verbindungen und Befestigungen mit zunehmendem Alter verschleißen können.
Viele Bereiche lassen sich vom Boden aus nur eingeschränkt beurteilen. Das betrifft vor allem Dachüberstände, höher gelegene Fassadenflächen, Regenrinnen, Fenster im Obergeschoss und Bauteile am Dachrand. Gerade dort können kleinere Schäden lange unbemerkt bleiben, weil sie aus normaler Entfernung kaum zu erkennen sind.
Eine Leiter ist für kurze Kontrollen zwar praktisch, stößt bei größeren Arbeitsbereichen jedoch schnell an Grenzen. Muss sie häufig umgesetzt werden oder sollen mehrere Stellen entlang der Fassade erreicht werden, steigt der Arbeitsaufwand deutlich. Bei zeitlich begrenzten Wartungsarbeiten oder Reparaturen lässt sich ein größerer und besser zugänglicher Arbeitsbereich durch das Mieten einer Arbeitsbühne schaffen. Das kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn mehrere höher gelegene Bereiche nacheinander kontrolliert, gereinigt oder instand gesetzt werden sollen.
Welche Arbeitsbühne geeignet ist, hängt vom Grundstück und von der jeweiligen Aufgabe ab. Neben der erforderlichen Arbeitshöhe spielen die Zufahrt, der verfügbare Platz, die seitliche Reichweite und die Beschaffenheit des Untergrunds eine Rolle. Ein befestigter Hof stellt andere Anforderungen als ein weicher Gartenboden oder ein schmaler Weg entlang der Hauswand. Diese Rahmenbedingungen sollten daher bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Ein guter Zugang ersetzt jedoch keine fachliche Beurteilung. Wer Schäden am Dach, an der Fassade oder an Anschlussstellen nicht sicher einschätzen kann, sollte einen Fachbetrieb hinzuziehen. Das gilt insbesondere dann, wenn Feuchtigkeit in die Konstruktion eingedrungen sein könnte, größere Schäden sichtbar werden oder sicherheitsrelevante Bereiche betroffen sind.
Schäden entstehen nicht nur auf großen, gut sichtbaren Flächen. Häufig sind Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen besonders empfindlich. Rund um Fenster, Türen, Dachanschlüsse oder Durchdringungen treffen verschiedene Materialien aufeinander. Diese können sich bei Temperaturveränderungen unterschiedlich ausdehnen und werden zusätzlich durch Feuchtigkeit, Alterung von Dichtstoffen und Bewegungen der Konstruktion beansprucht.
Auch Dachüberstände und Verkleidungen sollten in die Sichtprüfung einbezogen werden. Holzbauteile reagieren empfindlich auf dauerhaft einwirkende Feuchtigkeit, während beschädigte oder verwitterte Beschichtungen den Schutz des Materials verringern können. Abblätternde Farbe, dunkle Stellen oder andere sichtbare Veränderungen sollten daher genauer untersucht werden.
Bei der Fassade lohnt sich zudem eine Kontrolle der weniger auffälligen Hausseiten. Während die Straßenseite meist häufiger wahrgenommen wird, geraten Rückseiten, Giebelflächen oder Bereiche hinter Anbauten leichter aus dem Blick. Dort können sich Verschmutzungen, Feuchtigkeit oder kleinere Schäden über längere Zeit entwickeln, ohne sofort aufzufallen.
Die Kontrolle der Gebäudeaußenseite muss nicht kompliziert sein. Ein fester Rundgang ein- oder zweimal im Jahr kann bereits helfen, neue Schäden oder Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Nach starkem Sturm, Hagel oder außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen kann eine zusätzliche Sichtprüfung sinnvoll sein.
Auffällige Stellen lassen sich am besten fotografisch dokumentieren. Dadurch kann später leichter verglichen werden, ob sich beispielsweise ein Riss vergrößert, eine Verfärbung ausgebreitet oder der Zustand eines Bauteils sichtbar verändert hat. Gerade bei langsamen Entwicklungen ist eine solche Dokumentation oft zuverlässiger als die Erinnerung an den Zustand vor einigen Monaten.
Stehen mehrere kleinere Arbeiten an, können diese zudem gebündelt werden. Wer ohnehin Zugang zu höher gelegenen Fassadenbereichen benötigt, kann bei dieser Gelegenheit auch Dachrinne, Dachüberstand und angrenzende Bereiche prüfen lassen. Auf diese Weise lassen sich mehrere Wartungsaufgaben in einem Termin zusammenfassen, statt für jede einzelne Maßnahme erneut Aufwand zu verursachen.
Kleine Schäden lassen sich meist leichter beheben, solange der Reparaturbedarf noch überschaubar ist. Wer die Außenseite seines Hauses aufmerksam beobachtet und bekannte Schwachstellen im Auge behält, erkennt schneller, wenn sich der Zustand verändert. Das verhindert nicht jede Reparatur, erleichtert aber eine rechtzeitige Planung und trägt dazu bei, die Gebäudehülle langfristig in einem guten Zustand zu erhalten.
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