Wenig Wohnraum – Wie sich kleine Häuser funktional einrichten lassen

07.03.2023
Kleine Küche
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Während neue Wohnmodelle auf große, in sich übergehende Flächen setzen, wurden vorher vorzugsweise einzelne Räume auf dergleichen Fläche untergebracht. In der Folge entstanden zwar viele Räume, doch kaum einer von ihnen bot den Platz, der heute erwünscht ist. Trotzdem haben diese Häuser immer noch einen absoluten Charme und sind beliebt – gerade bei denen, die beim Hauskauf auf die Finanzen achten müssen. Aber wie lassen sich kleine Häuser und Räume gut einrichten?

Knapper Wohnraum: Grundlegende Tipps

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie knapp der Wohnraum eigentlich ist. Wer bislang in einem 160-Quadratmeter-Loft lebte, wird auch ein Haus mit 100 Quadratmetern einschränkend finden. Alte Häuser indes bieten häufig eher kleine Räume auf großer Gesamtfläche. Aber welche gängigen Möglichkeiten gibt es, um den Wohnraum effektiver zu nutzen?

  • Durchbrüche – ist es möglich, Wände zu durchbrechen, um Räume miteinander zu verbinden? Diese Möglichkeit sollte allerdings immer gemeinsam mit einem Fachmann besprochen und durchgeführt werden, da eine tragende Wand zwar durchbrochen, doch unbedingt zusätzlich gesichert und gestützt werden muss.
  • Ausmisten – ein Einzug in ein kleines Haus ist die Gelegenheit, sich von Dingen zu trennen. Jeder Mensch sammelt viele Gegenstände an, die er eigentlich gar nicht benötigt. Das Ausmisten hilft dabei, weniger ins neue Heim mitzunehmen, wodurch insgesamt auch weniger Wohnraum benötigt wird.
  • Praktisch denken – ist der Wohnraum knapp, zählt praktisch jeder Zentimeter. Allerdings bieten fast alle Wohnungen und Häuser ausreichend Gelegenheiten, doch noch mehr Stauraum zu schaffen. Eine Wandnische wird im Nu zur geschlossenen Abstellkammer, hoch oben können immer Regale und Schränke genutzt werden.

Natürlich hängt das Gefühl der Enge auch davon ab, wie viele Personen auf der Fläche leben. Ein Haus mit knapp 80 Quadratmetern ist klein, doch wenn eine Einzelperson dort lebt, reicht die Fläche absolut und bequem aus. Anders verhält es sich, wenn vier Personen in das Haus einziehen müssen. Nun muss genau überlegt werden, was möglich ist.

Kleine Küche

Insbesondere in älteren Gebäuden ist der Platz in der Küche beschränkt. Auch durch den allgemein kleiner werdenden Wohnraum in Städten, sind kompakte Küchen wieder gefragter denn je. Bei kleinen Küchen steht die Funktionalität an erster Stelle, womit sie aktuell voll im Trend liegen.

Hier einige Tipps für eine kleine Küche:

  • Ideale Planung – jeder Zentimeter der Küche sollte so genutzt werden, dass es sinnvoll ist. Viele Schränke verschaffen Ordnung, durchdachte und strukturierte Schränke den Komfort.
  • Durchbruch? – ist ein Durchbruch zu einem Esszimmer möglich? In diesem Fall ist die Essecke dicht dabei, muss aber nicht noch zusätzlich in der Küche untergebracht werden.
  • Essecke – was wird wirklich benötigt? Wohnmagazine, Social Media und so manche TV-Formate mögen suggerieren, dass jeder eine Tafel in unendlichem Ausmaß benötigt. Aber wie viele Personen essen wirklich regelmäßig im Haus und wie viele können es höchstens werden? Für Gäste lässt sich mit klappbaren Tischen und Bänken bequem ein zusätzlicher Essplatz schaffen, der im Alltag keinen Platz einnimmt.

Selbst für die Küche gibt es durchdachte Ess-Aufräum-Lösungen. Standregale mit ausklappbarem Tisch sorgen für die notwendige Essfläche, in Regalen lassen sich mühelos die Teller oder andere Utensilien verstauen.

Kleines Wohn- und Schlafzimmer

Das Schlafzimmer spielt eine eher untergeordnete Rolle, denn mit geschickten Betten mit Schubladen und platzsparenden Schränken lässt sich im Handumdrehen viel Raum gewinnen. Wichtig ist nur, dass es viele Verstaumöglichkeiten gibt und so wenig wie möglich im Raum selbst herumsteht, beispielsweise mit Hilfe von Unterbettschubladen und zusätzlichen, funktionalen Fächern in den Schränken. 

Anders verhält es sich mit dem Wohnzimmer, in dem sich das Leben maßgeblich abspielt. Hier gilt:

  • Sitzecken – sie sollten direkt an den Wänden stehen, um die Ecken voll zu nutzen. Auf wenig Raum bieten sie viele Sitzmöglichkeiten. Einzelne Sofas oder gar Sessel nehmen meist Raum weg.
  • Verstaumöglichkeit – Schlafsofas sind allgemein praktisch, denn sie können nicht nur Gästen einen Schlafplatz bieten, sondern haben gleichzeitig eine Verstaumöglichkeit eingebaut.
  • Eher hell – dunkle Schränke oder Regale nehmen dem Raum optisch mehr Fläche weg, daher sollte auf helle Stücke und Wände gesetzt werden.
  • Beleuchtung – mit ihr lässt sich optisch Fläche schaffen. Indirekte Beleuchtungen am Knick zur Decke lassen die Zimmerdecke beispielsweise höher erscheinen. Auch indirekte Beleuchtung hinter Möbelstücken oder dem Sofa lassen den Raum größer wirken.

Der Stauraum muss möglichst sinnvoll inbegriffen sein. Offene Regale wirken in kleinen Räumen eher drückend. Wer hingegen auf Regale setzt, die im unteren Bereich Türen haben, oben dafür offen und im Hintergrund beleuchtet sind, schafft sich optisch Fläche und die nötige Ordnung.

Symbolbild kleines Badezimmer
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Kleines Bad

Nur wenige haben wirklich viel Platz im Bad. Dennoch lässt sich auch in dem Feuchtbereich viel Fläche schaffen – teilweise auch optisch:

  • Niemals auf dem Boden – in kleinen Bädern sollten Schränke oder Waschtische niemals auf dem Boden stehen. Der Kontrast zu den Fliesen sorgt schlichtweg dafür, dass der Raum noch kleiner wirkt. Hängende Möbelstücke indes schaffen die optische Größe, mit der richtigen Beleuchtung lässt sich der Effekt noch verstärken.
  • Spiegel – der Spiegeltrick ist im Bad ideal. Ein großer Wandspiegel lässt jeden Raum größer wirken.
  • Hoch oben – wenn der Stellplatz beschränkt ist, muss in die Höhe gedacht werden. Entlang der Decke lassen sich in vielen Bädern gut Regale oder kleinere Schränke anbringen. Sie helfen der Ordnung auf die Spur und bieten viel Stauraum.
Symbolbild kleines Kinderzimmer
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Kleines Kinderzimmer

Bei Kinderzimmern stellt sich zuerst die Frage nach dem Alter des Kindes. Je nach Alter lassen sich andere Lösungen anwenden:

  • Kleinkind – bei kleinen Kindern spielt die Größe des Zimmers kaum eine Rolle, sofern Bett, Schrank und einige Spielgelegenheiten hineinpassen. Viel im Leben des Kleinkinds spielt sich ohnehin außerhalb des Kinderzimmers ab.
  • Schulkind – nun wird es komplizierter, da auch ein Schreibtisch benötigt wird. Eltern können nun bereits an die Zukunft denken und nach und nach auf ein Jugendzimmer setzen:
  • Jugendzimmer – Platz ist notwendig. Hochbetten (im Schulkindalter noch gesichert) verlegen den größten Platzbedarf nach oben. Unter das Bett passt bequem ein Schreibtisch oder eine Sitzecke. Insgesamt verhelfen Hängeschränke zu mehr Platz.

Auch in recht kleinen Kinderzimmern lassen sich geschickt Zonen einfügen. Das Bett unter der Decke ist stets die einfachste Lösung, um auf dem Boden Raum zu schaffen. Mit offenen Trennregalen können einzelne Bereiche des Zimmers noch zusätzlich abgetrennt werden.

Viele Möbelhersteller bieten Lösungen, die mit dem Kind mitwachsen. So kann schon das Schulkind in ein Hochbett ziehen. Hochbetten lassen sich auch gut selbst bauen, wenn das handwerkliche Geschick vorhanden ist.

Fazit

Es ist durchaus möglich, auch in kleinen Häusern oder Häusern mit vielen kleinen Zimmern ausreichend Wohnraum zu schaffen. Nichtsdestotrotz sollte mit einem Fachmann bei Bedarf abgeklärt werden, ob einzelne Räume nicht über einen Durchbruch miteinander verbunden werden können. Ob die Küche nun zum Esszimmer oder auch zum Wohnzimmer hin offen ist, oder ob die Abstellkammer neben dem Schlafzimmer zum offenen Kleiderschrank wird, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Der Bedarf ist hier absolut individuell. Jegliche Fläche muss nur durchdacht genutzt werden.

In sehr kleinen Räumen bieten sich Hängeschränke an, da sie nicht den Bodenplatz zusätzlich beanspruchen und somit mehr Bewegungsfreiheit bieten. In Kinder- und Jugendzimmern kann aber einem gewissen Alter ebenfalls in die Höhe gedacht werden: Ist das Bett hoch oben, ist unter dem Bett Platz für eine Lounge oder den Schreibtisch.

Durch Lichtsysteme und eine abgestimmte Farbgebung bei Wänden und Möbeln lässt sich kleiner Wohnraum optisch vergrößern.

"Die Baufamilien des Monats geben einen emotionalen Einblick in die Welt des Bauens!"

Monika Läufle

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