Heute bauen viele Menschen gleich selbst beziehungsweise in Zusammenarbeit mit versierten Fachhandwerkern. Bei der Planung und Umsetzung des Hausbaus kommt es aber nicht nur auf ästhetische und architektonische Aspekte an, sondern gerade auch auf Energieeffizienz und Funktionalität. Doch worauf ist beim Hausbau zu achten, um schlussendlich möglichst umweltfreundlich zu leben? Welche Tipps helfen dabei, ein möglichst energieeffizientes Haus zu bauen? Wir klären Sie darüber auf.
Explodierende Energiekosten machen es möglich: Die Nachfrage nach Niedrigenergiehäusern ist groß. Dementsprechend groß ist auch der Markt an Baufirmen, die sich auf genau diese Art von Häusern spezialisiert haben. Wichtig ist es, Angebote zu vergleichen sowie mit einer Firma zusammenzuarbeiten, die genau die Art von Haus anbietet, die der Bauherr sucht. Bei der Auswahl der richtigen Firma setzen Bauherren auf Erfahrung und Professionalität. Auch der Leistungsumfang kann entscheidend sein. Manche Baufirmen arbeiten mit Fertighäusern, die auf dem Grundstück lediglich „zusammengesetzt“ werden müssen. Andere Anbieter fungieren nur als Vermittler zwischen Eigentümer und Handwerkern. Und wiederum andere Firmen bieten einen Rundum-Service beim Bau von Niedrigenergiehäusern. So kann der Eigentümer entscheiden, welchen Service er wünscht, und sich die entsprechende Firma aussuchen.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Bau- und Sanierungsprojekte, die Häuser energieeffizient gestalten. Sie bietet bei speziellen Baukrediten günstige Tarife und Tilgungszuschüsse für Bauherren, sodass es insgesamt günstiger und einfacher wird, ein Haus zu bauen. Es lohnt sich, gerade bei einem Niedrigenergiehaus, einen KfW-Kredit anzufragen, zumal die meisten Eigentümer nicht allein mit Eigenkapital bauen können. Die KfW arbeitet mit eigenen Standards, die unterschiedlichen Einfluss auf die Fördersumme nehmen. Bei der richtigen Kombination von verschiedenen Zuschüssen haben Eigentümer ihr Haus schnell gebaut und abbezahlt. Niedrigenergiehäuser gemäß KfW-Standard haben eine Kennzahl; zum Beispiel KfW-Effizienzhaus 55 oder KfW-Effizienzhaus 40. Je kleiner die Kennzahl, desto energieeffizienter das Haus.
Um sowohl günstig als auch energieeffizient und umweltschonend zu bauen, empfiehlt es sich, auf natürliche Materialien wie Holz und auf modernste Technik zurückzugreifen. Es ist möglich, das Haus beispielsweise mit Rohstoffen natürlichen Ursprungs zu dämmen. Das schont die Umwelt, da diese Stoffe natürlich abbaubar und nachwachsend sind – im Gegensatz zu künstlich hergestellten Dämmstoffen. Allerdings ist es notwendig, bei Heizungs- und Warmwasseranlage auf moderne Geräte zurückzugreifen, die energiesparend arbeiten. Hier ist es besonders wichtig, Preise, Leistungen sowie den Verbrauch zu kalkulieren und zu vergleichen und sich dann für das Modell zu entscheiden, das am besten zum eigenen Verbrauch passt.
Beim energieeffizienten Bauen gilt der Grundsatz, dass viele Maßnahmen viel helfen. Eigentümer haben verschiedene Möglichkeiten, ein energiesparendes Haus umzusetzen. Je mehr sie davon umsetzen, desto besser ist es für die Bilanz. Zu den möglichen Maßnahmen gehören:
Auch hier kann eine Baufirma helfen, die geeigneten Maßnahmen auszuwählen und umzusetzen. Die einzelnen Maßnahmen bieten einzeln betrachtet einige immense Vorteile, die sich zusätzlich multiplizieren, wenn mehrere Maßnahmen kombiniert werden. So hilft eine gute Wärmedämmung dabei, die Wärmeverluste des Hauses zu minimieren. Den gleichen Effekt realisieren dreifach verglaste Fenster, die oft zusammen mit hochdämmenden Rahmen eingebaut werden. In Kombination mit einer effizienten Heizungsanlage, die die Räume mithilfe einer Fußbodenheizung beheizt, lässt sich das Haus im Winter besonders günstig aufheizen.
Wer ein Niedrigenergiehaus baut, strebt vor allem eines an: irgendwann autark leben zu können. In diesem Zusammenhang bezieht sich die Autarkie vorwiegend auf die Energieversorgung des Hauses. Ein energieautarkes Haus gewinnt die für die Heizung, Strom- und Warmwasserversorgung notwendige Energie aus erneuerbaren Energien, die wesentlich umweltschonender sind als fossile Ressourcen wie Kohle oder Atomenergie. Das erklärte Ziel ist es, unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu sein. Um dies zu erreichen, ist es jedoch notwendig, im Vorfeld in das Eigenheim zu investieren. Doch auch hier greift die oben beschriebene Förderung der KfW.
Was klingt wie aus einer fernen Zukunftsvision ist in modernen Häusern bereits Realität: Hausbesitzer können fast alles in ihren vier Wänden per Smartphone steuern. Das betrifft sowohl Licht, Rollläden und Heizung als auch Alarmanlagen, Kamerasysteme an der Haustür und in der Garage sowie viele weitere Features. Im Bereich Energieeffizienz ist es so möglich, die Heizanlage so zu steuern, dass das Haus weniger beheizt ist, wenn niemand da ist und sich auf eine angenehme Raumtemperatur aufheizt, wenn die Bewohner nach Hause kommen. Außerdem können die Rollläden entweder per Zeitschaltuhr zu einer bestimmten Zeit heruntergelassen oder per Handy-App manuell gesteuert werden. Gerade bei Neubauten bietet es sich an, Smart Home zu integrieren, da dieses System im Bau wenige Ressourcen in Anspruch nimmt und in der späteren Nutzung immense Vorteile bietet.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Trend zum energiesparenden Bauen und Wohnen nicht nur beliebter wird, sondern angesichts des Klimawandels und steigender Energiepreise auch notwendig ist. Deshalb profitieren von den oben beschriebenen Tipps nicht nur Eigentümer, die neu bauen wollen. Auch Besitzer von Bestandsgebäuden haben die Möglichkeit, ihr Haus energieeffizient zu gestalten. Moderne Dämmmaterialien lassen sich ebenso gut nachträglich installieren wie eine Photovoltaik-Anlage. Wer also eine Bestandsimmobilie kauft oder besitzt, kann ebenfalls einen Kredit bei der KfW aufnehmen und sein Haus zum Niedrigenergiehaus umbauen.
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